Spezialsprechstunde Arthrose Dr. MauchSpezialsprechstunde Arthrose · Stuttgart

Ratgeber · Kapitel 6 von 37

Woran merke ich, dass ich Arthrose habe?

Aus dem Patientenratgeber Arthrose und Gelenkschmerz von Dr. med. Christian Mauch, Fassung 2026.

Der Verschleiß ist ein schleichendes Geschehen. Lange kann ein Gelenk fehlenden Knorpel ausgleichen. Wird der Schaden zu groß, kommt es zu Schmerzen und zu einem Erguss, also zu Flüssigkeit im Gelenk. Am Anfang steht meist der Belastungs- und der Anlaufschmerz, später folgen Ruhe- oder Dauerschmerzen, je nachdem, wie weit die Arthrose fortgeschritten ist. Typische Zeichen

Reiben im Gelenk, Bewegungsschmerz, Schwellung, Überwärmung und die Bildung eines Ergusses. Man teilt die Arthrose in vier Stufen des Knorpelschadens ein. Diese Einteilung beschreibt den Knorpel selbst und stammt aus der Gelenkspiegelung. Im Röntgenbild ist sie nicht direkt ablesbar, dort sieht man vor allem die Folgen, etwa einen schmalen Gelenkspalt. Eine beginnende Knorpelerweichung bleibt im Röntgenbild unsichtbar. Das arthrotische Gelenk im Schnitt. Zeichnung eines Gelenks im Längsschnitt mit vier Hinweislinien von oben nach unten: auf den verbreiterten hellen Spalt der Gelenkflüssigkeit, auf die blau markierte dünne Knorpelschicht, auf die rot gezeichnete Gelenkkapsel und auf den braun gezeichneten veränderten Knochen.

Von oben nach unten: die vermehrte Gelenkflüssigkeit, also der Gelenkerguss. Blau der abgeriebene Knorpel. Braun die knöchernen Veränderungen, also Anbauten am Gelenkrand, Osteophyten, dazu Osteolysen und die Verdichtung des Knochens unter dem Knorpel, die subchondrale Sklerosierung. Rot die entzündete Gelenkkapsel. Die vier Stufen des Knorpelschadens

In der ersten Stufe ist der Knorpel erweicht, seine Oberfläche noch glatt. In der zweiten Stufe wird die Oberfläche rau und faserig, und bekommt feine Risse. In der dritten Stufe reichen Risse und Krater tief in die Knorpelschicht. In der vierten Stufe liegt der Knochen frei, das Gelenk läuft Knochen auf Knochen. Wichtig zu wissen: Die Stufe beschreibt den Schaden, nicht den Schmerz. Auch mit einer dritten Stufe kann man beschwerdearm leben, wenn Muskeln, Gewicht und Belastung stimmen. Die Sprache des Schmerzes

Typisch für ein Arthrosegelenk ist, dass es nach längerem Sitzen zunächst schmerzt oder steif ist und sich nach einigen Schritten einläuft. Woran das genau liegt, ist nicht abschließend geklärt; mehrere Vorgänge im Gelenk wirken dabei zusammen. Nach einigen Schritten läuft sich das Gelenk frei. Der Belastungsschmerz nach längerer Anstrengung zeigt eine Überlastung an. Kommen Ruheschmerz und Nachtschmerz dazu, ist das Gelenk meist entzündet. Ärzte sprechen dann von einer aktivierten Arthrose: Das Gelenk ist warm, geschwollen und gehört vorübergehend geschont und beruhigt, bevor das Training weitergeht. Wann Sie zum Arzt gehen sollten

Nicht jedes Zwicken braucht eine Sprechstunde. Zum Arzt gehören Gelenkschmerzen, die länger als zwei Wochen anhalten oder immer wiederkehren, jede deutliche Schwellung, ein Gelenk, das blockiert oder nachgibt, und jeder Schmerz nach einem Unfall. Je früher eine Arthrose erkannt wird, desto mehr lässt sich mit einfachen Mitteln erreichen. Die frühen Jahre der Erkrankung sind die wertvollsten, denn in ihnen wirken Training und Gewichtsabnahme am stärksten. KAPITEL 6

Verfasst und fachlich geprüft von Dr. med. Christian Mauch, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Zusatzbezeichnungen Sportmedizin und Chirotherapie, Ärztlicher Leiter des Maybach Medical MVZ Orthopädie. Maybachstraße 50, 70469 Stuttgart, Telefon 0711 896 550 0. Fachlich geprüft am 24.08.2026, zuletzt geändert am 03.10.2026. Die Seite ersetzt keine Untersuchung.