Spezialsprechstunde Arthrose Dr. MauchSpezialsprechstunde Arthrose · Stuttgart

Gelenke · Ellenbogen

Eingeklemmter Nerv am Ellenbogen

Hinter dem Ellenbogen läuft der Ellennerv durch eine knöcherne Rinne. Wird er dort gedrückt, schlafen Ring- und Kleinfinger ein.

Was dahintersteckt

Der Ellennerv liegt an der Innenseite des Ellenbogens fast ungeschützt in einer Knochenrinne; es ist der Nerv, der beim Anstoßen des Musikantenknochens den elektrischen Schlag auslöst. Bei jeder Beugung wird er gedehnt und verlagert sich. Wer viel mit gebeugtem Ellenbogen arbeitet, telefoniert oder schläft, setzt ihn dauernd unter Spannung. Auch eine frühere Verletzung oder eine Arthrose des Ellenbogens kann die Rinne verengen. Bleibt der Druck bestehen, gehen die kleinen Handmuskeln zurück, und die Hand verliert an Feinkraft.

Woran Sie es merken

  • Kribbeln und Taubheit im Kleinfinger und der Kleinfingerseite des Ringfingers
  • Nachts und bei angewinkeltem Ellenbogen am schlimmsten
  • Beklopfen hinter dem Ellenbogen löst einen elektrischen Schlag aus
  • Später Kraftverlust, Dinge entgleiten, das Blatt lässt sich nicht mehr fest halten
  • Sichtbarer Muskelschwund zwischen Daumen und Zeigefinger als spätes Zeichen

Wie wir es feststellen

Beklopfen der Rinne und das Halten des Ellenbogens in Beugung über eine Minute lösen die Beschwerden aus. Gesichert wird mit einer Messung der Nervenleitgeschwindigkeit, die auch zeigt, an welcher Stelle der Nerv gedrückt wird. Der Ultraschall stellt den Nerv dar und findet Ursachen wie eine Verdickung oder ein Springen aus der Rinne.

Womit es verwechselt wird

Eine eingeklemmte Nervenwurzel im unteren Halsbereich, eine Einengung des Nervs an der Hand und Engpässe im Schulterbereich.

Was ohne Operation hilft

Zuerst wird die Dauerbeugung vermieden: nachts eine Schiene, die den Ellenbogen gestreckt hält, tagsüber Änderung von Telefon-, Schlaf- und Arbeitshaltung, ein Polster beim Aufstützen. Das genügt bei leichten Beschwerden häufig. Übungen, die den Nerv gleiten lassen, unterstützen.

Wann eine Operation im Raum steht

Wenn die Messung eine deutliche Schädigung zeigt, Muskeln schwinden oder die Beschwerden bleiben, wird der Nerv befreit. Je nach Befund wird nur das einengende Band gespalten oder der Nerv nach vorn verlagert. Auch hier gilt: Je früher, desto vollständiger erholt er sich.

Wann es nicht warten darf

Bei zunehmender Schwäche der Hand oder sichtbarem Muskelschwund sollte die Operation nicht aufgeschoben werden.

Fachlich heisst dieses Beschwerdebild Sulcus-ulnaris-Syndrom, andere Bezeichnungen sind Kubitaltunnelsyndrom, Ulnarisrinne, Musikantenknochen kribbelt, Kleinfinger taub, Ellennerv eingeklemmt.

Verfasst und fachlich geprüft von Dr. med. Christian Mauch, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Zusatzbezeichnungen Sportmedizin und Chirotherapie, Ärztlicher Leiter des Maybach Medical MVZ Orthopädie. Maybachstraße 50, 70469 Stuttgart, Telefon 0711 896 550 0. Fachlich geprüft am 24.08.2026, zuletzt geändert am 27.09.2026. Die Seite ersetzt keine Untersuchung.