Gelenke · Knie
Kniearthrose
Der Knorpel im Kniegelenk wird dünner. Der Schmerz kommt zuerst beim Anlaufen und beim Treppabgehen, später auch in Ruhe.
Was dahintersteckt
Knorpel ist die glatte Schicht, die zwei Knochen gegeneinander gleiten lässt. Wird sie dünner, reiben die Flächen stärker aufeinander, der Knochen darunter verdichtet sich, und am Rand bilden sich Anbauten. Meist trifft es zuerst die Innenseite des Knies, weil dort bei einem O-Bein das meiste Gewicht lastet. Wie stark ein Gelenk abgenutzt ist, sagt wenig darüber aus, wie sehr es schmerzt. Manche Knie mit deutlichem Verschleiß tragen gut, andere mit wenig Verschleiß tun weh.
Woran Sie es merken
- Der erste Schritt nach dem Sitzen oder am Morgen tut weh, nach ein paar Minuten wird es besser
- Treppabgehen ist unangenehmer als Treppaufgehen
- Die Strecke, die Sie am Stück gehen können, wird kürzer
- Das Knie fühlt sich steif an und knirscht
- Bei stärkerer Reizung schwillt es an und wird warm
Wie wir es feststellen
Im Gespräch klären wir, wann der Schmerz kommt und was er verhindert. Bei der Untersuchung prüfe ich die Beinachse, den Druckschmerz am Gelenkspalt, die Beweglichkeit, ob Flüssigkeit im Gelenk ist und wie kräftig der Oberschenkel ist. Das Röntgenbild entsteht im Stehen unter dem eigenen Gewicht, denn nur so zeigt sich der Abstand zwischen den Knochen wirklich; im Liegen sieht jedes Knie besser aus, als es ist. Eine Kernspinuntersuchung braucht es nur bei besonderen Fragen, etwa nach einem umschriebenen Knorpelschaden oder dem Meniskus.
Womit es verwechselt wird
Ein Meniskusschaden macht ähnliche Beschwerden und liegt oft gleichzeitig vor. Ebenfalls ähnlich sind Schmerzen hinter der Kniescheibe, eine Reizung der Sehnenansätze an der Innenseite, eine Zyste in der Kniekehle und entzündliche Gelenkerkrankungen. Kommen Fieber, Rötung und rasche Schwellung dazu, ist an eine Gelenkinfektion zu denken, und das ist dringend.
Was ohne Operation hilft
Der wirksamste Hebel ist Bewegung mit geführter Belastung, dazu Kräftigung der Muskulatur, die das Knie stabilisiert. Weniger Gewicht entlastet das Gelenk bei jedem Schritt spürbar. Eine Einlage oder eine Zurichtung am Schuh verschiebt die Last von der abgenutzten Seite weg, eine Bandage gibt Sicherheit. Entzündungshemmende Mittel nehmen den Schmerz, damit Sie überhaupt üben können. Spritzen ins Gelenk kommen in Frage, wenn das nicht reicht: Hyaluronsäure zur Verbesserung der Gleitfähigkeit, aufbereitetes Eigenblut, bei starker Reizung auch Kortison. Stoßwelle, Reizstrom und Kälte helfen ergänzend.
Wann eine Operation im Raum steht
Wenn die Beschwerden bleiben und den Alltag bestimmen, stehen mehrere Wege offen. Ist nur ein Teil des Gelenks abgenutzt und die Bänder sind in Ordnung, genügt oft eine Teilprothese. Steht das Bein schief und ist der Rest des Knies gesund, kann eine Korrektur der Beinachse das Gelenk entlasten und den Gelenkersatz um Jahre verschieben. Ist das ganze Gelenk betroffen, kommt das künstliche Kniegelenk. Wer keines braucht, bekommt keines; wir entscheiden das gemeinsam.
Rufen Sie sofort an, wenn das Knie rasch dick, heiß und rot wird, wenn Fieber dazukommt oder wenn Sie das Bein nicht mehr belasten können. Eine Gelenkinfektion duldet keinen Aufschub.
Fachlich heisst dieses Beschwerdebild Gonarthrose, andere Bezeichnungen sind Gonarthrose, Verschleiß im Knie, Knorpelverschleiß Knie, abgenutztes Kniegelenk.
Dazu passt
Was dafür zur Verfügung steht
Verfasst und fachlich geprüft von Dr. med. Christian Mauch, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Zusatzbezeichnungen Sportmedizin und Chirotherapie, Ärztlicher Leiter des Maybach Medical MVZ Orthopädie. Maybachstraße 50, 70469 Stuttgart, Telefon 0711 896 550 0. Fachlich geprüft am 24.08.2026, zuletzt geändert am 27.09.2026. Die Seite ersetzt keine Untersuchung.