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Gelenke · Sprunggelenk

Umgeknickt: Bänderriss am Sprunggelenk

Der Fuß knickt nach innen um, die Bänder an der Außenseite überdehnen oder reißen. Die häufigste Sportverletzung überhaupt.

Was dahintersteckt

An der Außenseite des Sprunggelenks halten drei Bänder das Gelenk zusammen. Knickt der Fuß nach innen um, trifft es zuerst das vordere Band, bei stärkerer Gewalt auch das mittlere. Man unterscheidet drei Grade: gedehnt, angerissen, durchgerissen. Entscheidend ist weniger, welcher Grad vorliegt, sondern ob ein Knochenbruch ausgeschlossen ist und ob das Gelenk danach wieder sicher geführt wird. Wird das versäumt, knickt der Fuß immer wieder um, und daraus entsteht mit den Jahren eine Arthrose.

Woran Sie es merken

  • Der Fuß ist nach innen umgeknickt
  • Schmerz und Schwellung an der Außenseite, oft ein Bluterguss
  • Auftreten geht, ist aber unangenehm
  • Druckschmerz vor und unter dem Außenknöchel
  • Bei wiederholtem Umknicken: das Gefühl, dem Fuß nicht zu trauen

Wie wir es feststellen

Zuerst gilt es, einen Bruch auszuschließen. Dafür gibt es klare Regeln: Druckschmerz an bestimmten Knochenpunkten oder die Unfähigkeit, vier Schritte zu gehen, machen ein Röntgenbild erforderlich. Ist der Knochen in Ordnung, prüfe ich die Bänder, indem ich den Fuß behutsam gegen den Unterschenkel bewege und mit der Gegenseite vergleiche. Der Ultraschall beurteilt die Bänder direkt. Eine Kernspinuntersuchung kommt bei anhaltenden Beschwerden hinzu, weil dann oft ein Knorpelschaden am Sprungbein dahintersteckt.

Womit es verwechselt wird

Ein Bruch des Außenknöchels, ein knöcherner Bandausriss, ein Knorpelschaden am Sprungbein, eine Verletzung der Sehnen an der Außenseite und ein Bruch am Mittelfuß.

Was ohne Operation hilft

Fast alle Bänderverletzungen heilen ohne Operation. In den ersten Tagen Kühlung, Hochlagern und eine Schiene, die das seitliche Kippen verhindert, das Abrollen aber erlaubt; Gips und völlige Ruhe schaden mehr, als sie nützen. Danach folgt das Wichtigste, und es wird am häufigsten ausgelassen: Training der Gelenksteuerung auf instabilem Untergrund über mehrere Wochen. Genau das verhindert, dass Sie wieder umknicken.

Wann eine Operation im Raum steht

Selten und meist erst später: Wenn das Gelenk nach konsequentem Training dauerhaft unsicher bleibt, lassen sich die Bänder straffen oder ersetzen.

Wann es nicht warten darf

Wenn Sie nach dem Umknicken keine vier Schritte gehen können, wenn der Knöchel sichtbar fehlsteht oder der Fuß taub wird, gehört das am selben Tag untersucht.

Fachlich heisst dieses Beschwerdebild Außenbandverletzung des oberen Sprunggelenks, andere Bezeichnungen sind Bänderriss Sprunggelenk, Außenband gerissen, umgeknickt, Supinationstrauma, dicker Knöchel nach Umknicken.

Verfasst und fachlich geprüft von Dr. med. Christian Mauch, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Zusatzbezeichnungen Sportmedizin und Chirotherapie, Ärztlicher Leiter des Maybach Medical MVZ Orthopädie. Maybachstraße 50, 70469 Stuttgart, Telefon 0711 896 550 0. Fachlich geprüft am 24.08.2026, zuletzt geändert am 27.09.2026. Die Seite ersetzt keine Untersuchung.