Ratgeber · Kapitel 23 von 37
Hand und Ellenbogen
Aus dem Patientenratgeber Arthrose und Gelenkschmerz von Dr. med. Christian Mauch, Fassung 2026.
Am Handgelenk und am Ellenbogen entsteht Arthrose häufig als Spätfolge von Brüchen oder Bandverletzungen, außerdem bei entzündlichen Gelenkerkrankungen. An den Fingern selbst überwiegt dagegen die anlagebedingte Arthrose, um die es im nächsten Kapitel geht. Im Vordergrund steht die konservative Behandlung mit Physiotherapie, Ergotherapie sowie Bandagen und Schienen. Injektionen können helfen.
Ob und welche Operation infrage kommt, hängt vom betroffenen Gelenk, von der Ursache und vom Ausmaß der Einschränkung ab. Möglich sind je nach Lage die Versteifung, die Teilentfernung eines Gelenks oder ein Kunstgelenk. Über Verfahren und Zeitpunkt entscheidet die Handchirurgie oder die Orthopädie, bei einer entzündlichen Grunderkrankung gemeinsam mit der Rheumatologie. Handwurzel mit Arthrose (links) und Ellenbogenarthrose (rechts). Links die Hand von oben, die Zwischenräume der Handwurzelknochen sind schmal und unregelmäßig. Rechts der Ellenbogen von der Seite mit knöchernen Anbauten am Gelenkrand.
Zur Anatomie: Das Handgelenk ist ein Mosaik aus acht kleinen Handwurzelknochen, die zwischen Unterarm und Mittelhand vermitteln. Der Ellenbogen wiederum vereint drei Gelenke in einer Kapsel: das Scharnier zum Beugen und Strecken und zwei Drehgelenke, mit denen die Hand sich wendet. Diese Feinmechanik verzeiht Brüche schlecht. Heilt ein Bruch mit einer kleinen Stufe im Gelenk, reibt die Stufe bei jeder Bewegung, und der Verschleiß beginnt Jahre vor dem Schmerz.
Aus der Sprechstunde: Der Monteur nach dem Sturz. Ein Monteur, 64 Jahre, war vor 20 Jahren von der Leiter gestürzt und hatte sich das Handgelenk gebrochen. Jetzt schmerzte es beim Zupacken, die Kraft ließ nach, morgens war die Hand steif. Das Röntgenbild zeigte einen Verschleiß der Handwurzel als Spätfolge des alten Bruchs. Eine Operation stand für ihn nicht zur Debatte, er wollte arbeiten. Wir bauten seine Behandlung um den Beruf herum: eine stützende Manschette für die schweren Arbeiten, Ergotherapie mit Griffkrafttraining, entzündungshemmendes Gel für die Abende und eine Injektion in das Gelenk vor der anstrengendsten Zeit des Jahres. Damit arbeitet er bis heute. Die Versteifung einzelner Handwurzelknochen bleibt sein Plan B, und er kennt ihn.
Was Sie selbst tun können. Wärme ist der Freund arthrotischer Hände. Ein warmes Handbad am Morgen löst die Steifigkeit, Knetübungen mit einem weichen Ball erhalten die Kraft. Verteilen Sie Lasten auf beide Hände und nutzen Sie Hebel, große Griffe und Öffnungshilfen im Haushalt. Das ist keine Kapitulation, sondern Gelenkschutz. Für den Alltag mit Hand- und Fingerarthrose gibt es einfache Helfer, die viel Lebensqualität zurückgeben: Griffverdickungen für Stifte und Besteck, Flaschen- und Deckelöffner, leichte Töpfe mit zwei Griffen, eine Schlüsseldrehhilfe. Die Regel dahinter: große Gelenke schonen die kleinen. Was mit der ganzen Hand oder dem Arm gehalten werden kann, sollte nicht mit spitzen Fingern gehalten werden.
Ihr Übungsprogramm für zu Hause Für das Handgelenk genügt eine kleine Hantel. Auch hier gilt: vier Übungen zu je einer Minute, drei Durchgänge. Die Bewegungen sind klein, die Wirkung entsteht durch die Wiederholung über die volle Minute. Übungsblatt: 12-Minuten-Programm Stabilität Handgelenk. KAPITEL 23
Dazu passt
Fingerarthrose und Arthrose im Daumensattelgelenk (Rhizarthrose)
Acht kleine Knochen und das Sattelgelenk des Daumens
Ansehen →Alle Behandlungen
Was wir bei Verschleiß und Schäden anbieten, von der Spritze bis zum Kunstgelenk.
Ansehen →Sprechstunde
Termin in der Maybachstraße 50, Telefon 0711 896 550 0.
Ansehen →Verfasst und fachlich geprüft von Dr. med. Christian Mauch, Chefarzt und Ärztlicher Leiter des Arthrosezentrums, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Zusatzbezeichnungen Sportmedizin und Chirotherapie. Arthrosezentrum an der Maybach Klinik, Maybachstraße 50, 70469 Stuttgart, Telefon 0711 896 550 0. Fachlich geprüft am 24.08.2026, zuletzt geändert am 22.09.2026. Die Seite ersetzt keine Untersuchung.
