Dr. med. Christian MauchArthrosezentrum · Maybach Klinik

Ratgeber · Kapitel 15 von 37

Operationen am Knorpel

Aus dem Patientenratgeber Arthrose und Gelenkschmerz von Dr. med. Christian Mauch, Fassung 2026.

Zuerst das Wichtigste, weil es sich gegenüber früher geändert hat. Eine Gelenkspiegelung allein wegen der Arthrose bringt nichts. Studien zeigen das deutlich, und die Leitlinie rät von der reinen Spülung oder Glättung bei gesicherter Arthrose ab. Sinnvoll ist die Spiegelung nur bei einer klar zuzuordnenden mechanischen Ursache: einer echten Blockade, einem freien Gelenkkörper, einem eingeklemmten Meniskusanteil oder nach einer Verletzung. Ein im Bild sichtbarer verschleißbedingter Meniskusschaden allein rechtfertigt den Eingriff nicht. Nicht empfohlen. Gelenkspiegelung allein wegen einer Arthrose, also Spülung oder Glättung ohne mechanische Ursache.

Für umschriebene Knorpeldefekte gibt es bei geeigneten, meist jüngeren Patienten knorpelbildende Verfahren. Bei der Knorpelknochentransplantation wird ein kleiner Zylinder aus einem wenig belasteten Bereich in den Defekt versetzt. Bei der Knorpelzelltransplantation werden körpereigene Zellen auf einem Vlies gezüchtet und eingesetzt, auch für größere oder schwer erreichbare Defekte. Für den diffusen Verschleiß des ganzen Gelenks eignen sich diese Verfahren nicht. Knorpelglättung (links) und Knorpelknochentransplantation (rechts).

Links drei Skizzen übereinander: eine aufgeraute Knorpeloberfläche, ein rundes Instrument darüber, danach die geglättete Fläche. Rechts ein Kniegelenk von vorn, zwei Pfeile zeigen, wie ein Zylinder aus dem Randbereich in den Defekt versetzt wird. Knorpelzelltransplantation: Entnahme, Zellzüchtung, Vlies mit gezüchteten Zellen. Dreiteilige Skizze von links nach rechts: eine Nadel entnimmt Knorpel am Gelenkrand, eine Laborschale zeigt vermehrte Zellen, ein blaues Vlies trägt die gezüchteten Zellen. Wie eine Gelenkspiegelung abläuft

Über zwei kleine Schnitte, jeder kaum einen Zentimeter lang, kommen eine Kamera und ein feines Instrument in das Gelenk. Der Eingriff dauert je nach Aufgabe 20 bis 45 Minuten und ist meist ambulant möglich. Entscheidend ist weniger die Operation als die Zeit danach: Ein Gelenk, das operiert wurde, will bewegt und dosiert belastet werden. Die Nachbehandlung entscheidet mit über das Ergebnis. Wie sie aussieht, hängt vom Eingriff ab, und Ihr Operateur gibt sie vor. Was schiefgehen kann

Hier muss ich ehrlich sein, auch wo es unbequem wird. Knorpelverfahren sind aufwendig, und sie gelingen nicht bei jedem. Der neu gebildete Knorpel ist nicht so belastbar wie der ursprüngliche, und die Nachbehandlung ist streng: Wochen mit begrenzter Belastung, danach ein langsamer Aufbau. Wenn Sie diese Zeit nicht aufbringen können, ist der Eingriff der falsche. Bei ausgedehntem Verschleiß helfen diese Verfahren ohnehin nicht mehr. Ich habe Patienten erlebt, die enttäuscht waren, weil sie mehr erwartet hatten, als das Verfahren leisten kann. Deshalb spreche ich vorher über die Grenzen, nicht hinterher. Merke: Wir behandeln einen Menschen mit Beschwerden, nicht ein Röntgenbild. KAPITEL 15

Verfasst und fachlich geprüft von Dr. med. Christian Mauch, Chefarzt und Ärztlicher Leiter des Arthrosezentrums, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Zusatzbezeichnungen Sportmedizin und Chirotherapie. Arthrosezentrum an der Maybach Klinik, Maybachstraße 50, 70469 Stuttgart, Telefon 0711 896 550 0. Fachlich geprüft am 24.08.2026, zuletzt geändert am 22.09.2026. Die Seite ersetzt keine Untersuchung.